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Wie entsteht Honig? So machen Honigbienen aus Nektar köstlichen Honig

Was ist Honig? So entsteht Honig – einfach erklärt

Honig gehört zu den ältesten Lebensmitteln der Menschheit und fasziniert uns seit Tausenden von Jahren. Doch hast du dich schon einmal gefragt, wie aus dem süßen Nektar einer Blüte eigentlich Honig entsteht?


Der Weg vom Blütennektar bis ins Honigglas ist ein kleines Wunder der Natur. Tausende Honigbienen arbeiten dabei perfekt zusammen. Sie sammeln Nektar oder Honigtau, reichern ihn mit körpereigenen Enzymen an, entziehen ihm Wasser und lassen ihn schließlich in den Waben reifen.


In diesem Artikel erfährst du Schritt für Schritt, wie Honig entsteht, worin sich Nektar und Honigtau unterscheiden und warum jeder Honig ein echtes Naturprodukt ist.

Was ist Honig?

Nach der deutschen Honigverordnung ist Honig ein natürlicher Süßstoff, der ausschließlich von Honigbienen hergestellt wird.


Die Bienen sammeln dafür entweder

Blütennektar

oder Honigtau.


Anschließend verändern sie diese Ausgangsstoffe mithilfe eigener Enzyme, lagern sie in den Waben ein und reduzieren den Wassergehalt so weit, dass der Honig haltbar wird.


Dadurch entsteht ein naturbelassenes Lebensmittel, das weder künstlich hergestellt noch industriell zusammengesetzt wird.

Wie entsteht Nektar?

Alles beginnt bei den Pflanzen.

 

Durch die Photosynthese bilden Pflanzen aus

  • Kohlendioxid (CO₂)
  • Wasser (H₂O)
  • und Sonnenlicht

Traubenzucker (Glukose).

 

Ein Teil dieses Zuckers wird über den Pflanzensaft bis in die Blüten transportiert. Dort entsteht der süße Nektar.

 

Für die Pflanzen erfüllt dieser eine wichtige Aufgabe: Er lockt Bestäuber wie Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge an.

 

Die Bienen erhalten Nahrung, während sie gleichzeitig Blüten bestäuben – eine klassische Win-win-Situation der Natur.

Wie sammeln Honigbienen Nektar?

Eine Biene beim Nektar sammelln in einer gelben Blüte

Mit ihrem langen Saugrüssel nehmen Honigbienen den Nektar aus den Blüten auf.

Dabei verfolgen sie eine erstaunliche Strategie: die Blütenstetigkeit.


Das bedeutet, dass eine Sammelbiene während eines Sammelfluges möglichst immer dieselbe Pflanzenart besucht.

Vorteile für die Biene

  • schnelleres Finden des Nektars
  • effizienteres Sammeln
  • geringerer Energieverbrauch

Vorteile für die Pflanze

Der passende Pollen wird zuverlässig auf Blüten derselben Pflanzenart übertragen. Dadurch steigt die Bestäubungsrate erheblich.

Vorteile für den Imker

Durch diese Blütenstetigkeit entstehen Sortenhonige wie beispielsweise:

  • Rapshonig
  • Lindenhonig
  • Akazienhonig
  • Sonnenblumenhonig
  • Heidehonig

Woraus besteht Nektar?

Nektar besteht hauptsächlich aus Wasser und Zucker.

 

Damit Blüten für Bienen besonders attraktiv sind, liegt der Zuckergehalt häufig bei über 30 Prozent.

 

Daneben enthält Nektar noch viele weitere natürliche Bestandteile:

  • Aminosäuren
  • Mineralstoffe
  • Vitamine
  • organische Säuren
  • Spurenelemente

Zuckergehalt verschiedener Pflanzen

Pflanze Zuckergehalt
Apfel

ca. 25%

Heide 

ca. 30%

Linde

ca. 35%

Raps

ca. 45%

Löwenzahn

ca. 50%

Himbeere 

ca. 60%

Kornblume

ca. 80%

Was ist Honigtau?

Nicht jeder Honig entsteht aus Blütennektar. Viele beliebte Waldhonige oder Tannenhonige werden überwiegend aus Honigtau gewonnen.


Honigtau ist kein Pflanzensaft und auch kein Blütennektar. Es handelt sich um die zuckerhaltigen Ausscheidungen bestimmter Insekten, die an Pflanzen saugen. Diese Insekten nehmen große Mengen Pflanzensaft auf und scheiden den überschüssigen Zucker als Honigtau wieder aus.


Honigbienen sammeln diese süßen Tröpfchen von Blättern und Nadeln und verarbeiten sie – genau wie Blütennektar – zu Honig.

Welche Insekten erzeugen Honigtau?

Die wichtigsten Honigtauerzeuger sind:

  • Blattläuse (Lachniden)
  • Schildläuse (Lecanien)

Sie besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge, mit denen sie die Leitungsbahnen von Pflanzen anstechen und den zuckerhaltigen Pflanzensaft aufnehmen.

 

Ein Teil der aufgenommenen Nahrung wird direkt verwertet, der überschüssige Zucker wird als Honigtau ausgeschieden.

Warum ist Honigtau für Imker so interessant?

Honigtau bildet die Grundlage für viele Waldhonige.

 

Diese unterscheiden sich deutlich von Blütenhonigen:

  • kräftigeres Aroma
  • dunklere Farbe
  • würziger Geschmack
  • höherer Mineralstoffgehalt

Vor allem Tannen-, Fichten- oder Waldhonig entstehen häufig überwiegend aus Honigtau.

Worin unterscheiden sich Blütenhonig und Honigtauhonig?

Obwohl beide Honigarten von Honigbienen hergestellt werden, unterscheiden sie sich deutlich in ihrer Herkunft.

Blütenhonig Honigtauhonig
🌸entsteht aus Blütennektar entsteht aus Honigtau
meist heller meist dunkler
eher mild und blumig kräftig und würzig
🌺stammt direkt aus Blüten stammt von Blättern oder Nadeln

Beide Honigarten sind reine Naturprodukte und unterliegen denselben hohen Qualitätsanforderungen.

Honigbiene sammelt Blütennektar für die Honigproduktion auf einer pinken Blüte mit gelbem Stempel

Wie wird aus Nektar und Honigtau schließlich Honig?

Sobald die Sammelbiene Nektar oder Honigtau aufgenommen hat, gelangt dieser über die Speiseröhre in ihre Honigblase. Diese dient nicht der Verdauung, sondern als Transportbehälter.


Bereits während des Sammelfluges beginnt die Biene mit der Verarbeitung. Körpereigene Enzyme werden dem Nektar zugesetzt und verändern dessen Zusammensetzung.


Zurück im Bienenstock übergibt die Sammelbiene den Inhalt ihrer Honigblase an eine Stockbiene. Diese verarbeitet den Nektar weiter und reicht ihn teilweise an weitere Stockbienen weiter.

Erst danach wird der Honig in die Wabenzellen eingelagert.

Warum fächeln die Bienen mit ihren Flügeln?

Frischer Nektar enthält häufig mehr als 50 % Wasser.


Damit daraus haltbarer Honig entsteht, muss dieser Wassergehalt deutlich sinken.


Deshalb erzeugen viele Stockbienen gleichzeitig einen Luftstrom mit ihren Flügeln. Durch diese natürliche Belüftung verdunstet Wasser aus dem Nektar.


Erst wenn der Wassergehalt ausreichend niedrig ist – in der Regel unter 20 % – verdeckeln die Bienen die Waben mit einer dünnen Wachsschicht. Jetzt ist der Honig reif und lange haltbar.

Entdeckelung einer Honigwabe mit der Entdeckelungsgabel

Welche Inhaltsstoffe machen Honig so besonders?

Honig besteht zwar überwiegend aus verschiedenen Zuckerarten, enthält aber gleichzeitig zahlreiche weitere natürliche Inhaltsstoffe. Genau diese machen jedes Honigglas zu einem einzigartigen Naturprodukt.

 

Die genaue Zusammensetzung hängt unter anderem von der Tracht, der Pflanzenart, dem Standort und der Jahreszeit ab.

 

Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören:

  • Fructose (Fruchtzucker)
  • Glucose (Traubenzucker)
  • Wasser
  • Enzyme
  • Aminosäuren
  • Vitamine
  • Mineralstoffe
  • organische Säuren
  • Aromastoffe
  • Pollen

Alle diese Stoffe tragen zum typischen Geschmack, Aroma und zur Farbe des jeweiligen Honigs bei.

Warum kristallisiert Honig?

Viele Menschen glauben, kristallisierter Honig sei alt oder verdorben. Das Gegenteil ist der Fall.


Die Kristallisation ist ein völlig natürlicher Vorgang und sogar ein Zeichen dafür, dass der Honig naturbelassen ist.


Wie schnell Honig kristallisiert, hängt vor allem vom Verhältnis zwischen Fructose und Glucose ab.


Beispiele:

Rapshonig kristallisiert oft schon nach wenigen Tagen.

Akazienhonig bleibt dagegen häufig viele Monate flüssig.


Durch vorsichtiges Erwärmen (unter 40 °C) kann kristallisierter Honig wieder verflüssigt werden. Dabei bleiben seine wertvollen Eigenschaften weitgehend erhalten.

Warum ist Honig so lange haltbar?

Honig gehört zu den wenigen Lebensmitteln, die bei richtiger Lagerung sehr lange haltbar sind.

 

Das liegt an mehreren natürlichen Eigenschaften:

  • niedriger Wassergehalt
  • hoher Zuckergehalt
  • natürlicher Säuregehalt
  • Enzyme mit antibakterieller Wirkung

Dadurch haben viele Mikroorganismen kaum eine Chance, sich im Honig zu vermehren.

 

Trotzdem sollte Honig immer kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert werden. Außerdem empfiehlt es sich, das Honigglas nach jeder Entnahme gut zu verschließen.

Wann ist Honig reif?

Die Honigbienen wissen ganz genau, wann ihr Honig fertig ist.


Erst wenn genügend Wasser verdunstet ist und der Honig die richtige Konsistenz erreicht hat, verschließen sie die Wabenzellen mit einem feinen Wachsdeckel. Diesen Vorgang nennt man Verdeckeln.


Für Imker ist dies ein wichtiges Zeichen dafür, dass der Honig geerntet werden kann.


Ein zusätzliches Hilfsmittel ist das Refraktometer. Damit lässt sich der Wassergehalt des Honigs genau bestimmen.


Liegt dieser unter etwa 18 bis 20 Prozent, gilt der Honig als ausreichend reif.

Warum ist der Wassergehalt so wichtig?

Ein zu hoher Wassergehalt kann dazu führen, dass Honig zu gären beginnt.


Deshalb achten Imker besonders sorgfältig darauf, nur ausreichend reifen Honig zu ernten.


Je niedriger der Wassergehalt, desto besser lässt sich Honig lagern.


Viele Qualitätsimker streben sogar Werte von unter 18 % an.

Wie erntet der Imker den Honig?

Ist der Honig reif, können die Honigwaben aus dem Bienenvolk entnommen werden.


Anschließend werden die Wachsdeckel vorsichtig entfernt. Dieser Arbeitsschritt wird Entdeckeln genannt.


Danach kommen die Waben in eine Honigschleuder.

Durch die Fliehkraft wird der Honig aus den Waben geschleudert, ohne dass die Waben beschädigt werden. So können die Bienen sie später erneut verwenden.


Nach dem Schleudern wird der Honig sorgfältig gesiebt, damit kleine Wachsteilchen entfernt werden.


Anschließend darf der Honig einige Zeit ruhen. Dabei steigen Luftblasen und feine Wachsreste an die Oberfläche und können abgeschöpft werden.


Erst danach wird der Honig in saubere Gläser abgefüllt.

Warum wird Honig gerührt?

Viele cremige Honigsorten werden nach dem Schleudern mehrfach gerührt.


Dadurch entstehen besonders feine Kristalle.

Das Ergebnis ist ein streichzarter, cremiger Honig mit einer angenehmen Konsistenz, der sich leicht aufs Brot streichen lässt.

Drei volle Honigwaben in der Honigschleuder bereit zum ausschleudern

Mein Fazit – Meine ersten Schritte in die faszinierende Welt der Imkerei

Als ich mit meiner Imkerausbildung begonnen habe, war mir zwar bewusst, wie wichtig Honigbienen für unsere Natur sind. Doch erst im Honigkurs habe ich verstanden, wie komplex und beeindruckend die Honigentstehung tatsächlich ist.

Heute sehe ich jedes Glas Honig mit ganz anderen Augen. Hinter jedem Löffel Honig stecken tausende Bienen, unzählige Blütenbesuche und eine perfekte Zusammenarbeit innerhalb des Bienenvolkes. Aus einfachem Blütennektar oder Honigtau entsteht durch Fleiß, Enzyme und viel Geduld ein hochwertiges Naturprodukt, das uns seit Jahrtausenden begleitet.

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Ich freue mich sehr, wenn du mich auf dieser spannenden Reise begleitest.

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❓Häufige Fragen zur Honigentstehung

Wie entsteht Honig?

Honig entsteht, indem Honigbienen Blütennektar oder Honigtau sammeln, mit Enzymen anreichern und im Bienenstock reifen lassen. Durch das Verdunsten von Wasser entsteht der fertige Honig.

Woraus besteht Honig?

Honig besteht überwiegend aus Fruchtzucker und Traubenzucker. Außerdem enthält er Wasser, Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und zahlreiche Aromastoffe.

Was ist der Unterschied zwischen Nektar und Honigtau?

Nektar wird von Blüten gebildet. Honigtau stammt dagegen von Blatt- oder Schildläusen, die Pflanzensaft aufnehmen und zuckerhaltige Ausscheidungen hinterlassen.

Warum sammeln Bienen immer dieselbe Pflanzenart?

Dieses Verhalten nennt man Blütenstetigkeit. Dadurch arbeiten Bienen besonders effizient und sorgen gleichzeitig für eine optimale Bestäubung der Pflanzen.

Warum kristallisiert Honig?

Die Kristallisation ist ein natürlicher Vorgang. Je nach Verhältnis von Fruchtzucker und Traubenzucker kristallisiert Honig schneller oder langsamer.

Wann ist Honig reif?

Honig gilt als reif, wenn die Bienen die Waben verdeckeln und der Wassergehalt niedrig genug ist. Imker überprüfen dies zusätzlich mit einem Refraktometer.

Ist Honig gesund?

Honig enthält zahlreiche natürliche Inhaltsstoffe. Dennoch besteht er hauptsächlich aus Zucker und sollte – wie jedes Süßungsmittel – bewusst genossen werden.

Warum dürfen Babys keinen Honig essen?

Babys unter einem Jahr sollten keinen Honig erhalten, da er in seltenen Fällen Sporen enthalten kann, mit denen das noch unreife Verdauungssystem von Säuglingen nicht umgehen kann.

➡️ Im nächsten Teil der Honigkurs-Serie erfährst du, welche Aufgaben ein Bienenvolk im Jahresverlauf übernimmt und warum die richtige Völkerführung für gesunde und leistungsstarke Bienenvölker so wichtig ist.

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